Erntedank bei der Kirchengemeinde Seidmannsdorf

© Evang.-Luth. Kirchengemeinde SeidmannsdorfCoburg ist eine wunderschöne kleine Stadt im Norden Bayerns, in der ungefähr 40.000 Menschen leben. Dort gibt es natürlich auch viele tolle Kirchen. Ich hab mir eine süße kleine Kirche am Stadtrand ausgesucht, in der Kirchengemeinde Seidmannsdorf.

Kirche oder Speisekammer?

Aber als ich da am 4. Oktober im Gottesdienst war, dachte ich erstmal: „Sind die verrückt?“ Da lagen jede Menge leckerer Sachen auf den Stufen vor dem Altar: Äpfel, Kartoffeln, ein riesiges Brot, Tomaten, Kürbisse, Honig, alles Mögliche – sogar eine Tüte Buchstabenkekse hab ich entdeckt.

© Evang.-Luth. Kirchengemeinde Seidmannsdorf
„Was soll denn das?“, hab ich gefragt. „Bin ich wirklich in eurer Kirche oder ist das hier die Speisekammer?“ Der Pfarrer hat mir dann erklärt, dass heute ein besonderes Fest stattfindet: Erntedank. Und da werden sämtliche Erntegaben und das, was Menschen daraus gemacht haben (also zum Beispiel Mehl oder Marmelade) in die Kirche gebracht, damit jeder sieht, wie reich uns Gott beschenkt und versorgt. Deshalb wurden in diesem Gottesdienst auch ganz viele Danklieder gesungen und der Posaunenchor war da und viele Kinder, ach, war das schön!

Die Veste Coburg und Martin Luther

Veste Coburg © Evang.-Luth. Kirchengemeinde SeidmannsdorfAm nächsten Tag durfte ich noch einen Ausflug machen. Ihr wisst ja, dass ich es besonders spannend finde, an Orten vorbeizuschauen, an denen der große Reformator Martin Luther auch schon mal war. Deshalb wollte ich unbedingt zur Veste Coburg. So heißt hier die große Burg, die über der Stadt thront. In dieser Veste (das schreiben die hier tatsächlich mit „V“) hat sich Martin Luther aufgehalten, während seine Freunde beim Augsburger Reichstag dem Kaiser erklärt haben, wie sie als evangelische Christen den Glauben verstehen und leben wollen. Lutherstube © Evang.-Luth. Kirchengemeinde SeidmannsdorfFür Luther wäre es lebensgefährlich gewesen, selbst mit nach Augsburg zu kommen. Aber auf der Veste Coburg war er sicher und konnte relativ schnell erfahren, wie es den Freunden beim Kaiser ergangen war. Ich durfte sogar in die sogenannte Lutherstube in der Burg, also das Zimmer, in dem Luther damals lebte. Und weil die Coburger natürlich stolz darauf sind, dass der berühmte Reformator bei ihnen war, haben sie ihm sogar ein Denkmal in die Burgwand gemeißelt.

 

Alle Fotos: Kerstin Narr © Evang.-Luth. Kirchengemeinde Seidmannsdorf, Coburg