Beim Predigerseminar in Loccum

Predigerseminar Loccum © Tobias PatzwaldWillkommen im Predigerseminar in Loccum. Hier in den Gemäuern eines alten Klosters werden junge Leute zu Pastorinnen und Pastoren ausgebildet. Hast du dich auch schon mal gefragt, wie man eigentlich Pfarrerin oder Pfarrer wird? Was man für diesen Beruf alles lernen muss? Nach meinem Besuch in Loccum weiß ich das jetzt.
Kloster Loccum © Tobias Patzwald
Nach dem Abitur studieren die angehenden Pfarrer und Pfarrerinnen an einer Universität. Dort lernen sie viel über die Bibel, den Glauben und die Kirche. Ihr Studienfach heißt Theologie. Das Wort Theologie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „die Lehre von Gott“.
Nach dem Studium geht man für etwa zwei Jahre bei einem erfahrenen Pastor oder einer erfahrenen Pastorin in die Lehre. Diese Zeit nennt man Vikariat. Die Vikarinnen und Vikare dürfen in der Gemeinde alles machen, was ein Pastor macht. Ab und zu treffen sie sich Im Predigerseminar. Das ist wie eine Berufsschule für Vikare.

Gemeinsam wohnen und lernen

In der Küche © Tobias PatzwaldWeil die Gemeinden der Vikarinnen und Vikare weit voneinander entfernt liegen, wohnen die Vikarinnen und Vikare in den Ausbildungswochen zusammen im Predigerseminar. Ein bisschen fühlen sie sich dort wie in einem Schullandheim. Es gibt im Predigerseminar Zimmer, Gemeinschaftsräume und sogar eine eigene Küche. Ich habe den Köchinnen ein wenig über die Schulter geschaut.

Ein Paradies für Bücherwürmer

Bibliothek © Tobias PatzwaldEin Zimmer im Kloster ist bis unter die Decke voll mit Büchern. Das ist die Bibliothek. Hier riecht es sogar nach Büchern. Ich habe meinen Schnabel in die Bücher gesteckt. Spannend!  Da waren Bücher über das, was in der Kirche früher passiert ist, Schulbücher für Vikarinnen und Vikare und sogar Liederbücher. Die meisten Vikarinnen und Vikare lesen sehr gerne. Das müssen sie auch, denn sie müssen für ihren späteren Besuch ja ganz schön viel lernen.

Die Kirche als Klassenzimmer

Der Altar © Tobias PatzwaldIn der Kirche des Seminars üben die Vikare, wie man eine Predigt hält. Ich bin mal auf den Altar geflattert und habe ihnen zugeschaut. Die Vikarinnen und Vikare üben, in der Kirche zu singen und zu sprechen. Wusstet ihr schon, dass man in manchen Kirchen ganz langsam sprechen muss, weil die Stimme im großen Kirchraum hallt? Sie lernen, das Abendmahl zu feiern und zu taufen. Am Ende der Ausbildung können sie ganz festliche Gottesdienste feiern.

Woher kommt der Name Pastor?

Kaffeepause © Tobias PatzwaldPfarrerin und Pfarrer werden auch Pastorin oder Pastor genannt. Ich habe einen Vikar in der Kaffeepause gefragt: Was bedeutet der Name Pastor? Das Wort Pastor kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Hirte. In der Bibel wird Gott mit einem Hirten verglichen. Er kennt seine Herde genau und passt auf, dass kein Schaf verloren geht. Von diesem guten Hirten erzählen die Pastorinnen und Pastoren in ihren Gemeinden. Nach diesem Hirten wurde ihr Beruf benannt.

Keine Zeit für Langeweile

Vikarfon © Tobias PatzwaldWer Pastor oder Pastorin ist, dem wird nie langweilig.  Er hat in seinem Beruf mit vielen verschiedenen Menschen zu tun. Kinder taufen, mit Jugendlichen auf Sommerfreizeit fahren oder alten Menschen zum Geburtstag gratulieren – alles gehört zum Beruf.  Pastorinnen und Pastoren hören zu und trösten, wenn jemand traurig ist. Ganz oft lachen und feiern sie auch zusammen mit den Menschen. Zusammen mit vielen anderen, die sich ehrenamtlich engagieren, ist die Gemeinde wie eine große Familie.

Fröhlichkeit © Tobias PatzwaldVielen Dank, liebe Vikarinnen und Vikare, dass ich Euch im Predigerseminar besuchen durfte!