Unterwegs mit dem ungarischen Pferdehirten Géza

Mit Nicola und Géza am BalatonMit Géza bei den PferdenEine besonders schöne Reise durfte ich mit Nicola und ihrer Familie nach Ungarn unternehmen. Nicola lebt mit ihrem Mann Zoltán und ihren beiden Kindern Rebecca und Raphael und einer großen Herde Pferden in Niederbayern am Rande des Bayerischen Waldes. In den großen Ferien durfte ich mit ihnen und meinem neuen Freund, dem Pferdehirten Géza, in Zoltáns und Gézas ungarische Heimat an den Balaton reisen.

Die ungarischen Pferdehirten

Géza und KiraGéza trägt übrigens die typische Tracht der Csikós, der ungarischen Pferdehirten. Sie tragen als Arbeitskleidung eine ganz weite, fast rockartige Hose, darüber ein ebenso weites Hemd. In der Puszta kann es sehr warm und staubig werden. Da ist diese Kleidung ganz praktisch. Der Name der ungarischen Landschaft „Puszta“ kommt von dem altslawischen Wort „pust“, was so viel wie „öde“, „wüst“, „leer“ bedeutet. Die Puszta ist sehr karg und ähnelt tatsächtlich ein wenig einer Einöde oder Wüste.
Ein breiter schwarzer Ledergürtel hält die meist knallblaue Hose plus Hemd zusammen. Und eine Weste darüber macht es dann fast komplett. Stiefel und Hut fehlen noch, und als Arbeitsinstrument eine ganz lange Peitsche, zwei bis drei Meter lang. Das Peitschenknallen hält die Pferdeherden - das können schon mal ein paar hundert Pferde sein - zusammen oder treibt sie an. Der Hirte schlägt die Pferde damit natürlich nicht. Es ist ja wichtig, dass die Tiere ihm vertrauen. Wie jedem guten Hirten...

Das ungarische Meer

FlugversuchDer Balaton (oder Plattensee) wird auch ungarisches Meer genannt, weil der See riesig groß ist. Wie groß, habe ich bei einem Rundflug versucht zu erkunden. Aber wir hatten mit ganz schön heftigem Wind zu kämpfen. Mit Géza am BalatonGéza musste sogar seinen Hut wieder aus dem Balaton fischen. Ich habe mich dann besser bei Géza eingehängt, um nicht davongepustet zu werden...
In den folgenden Tagen haben wir Zoltáns Heimat besucht, viele Freunde getroffen, Eis und Lángos (leckere kleine Fladen) und Fischsuppe gegessen. Alle haben uns mit großer Herzlichkeit empfangen und wir haben die Ferien trotz des stürmischen und verregneten Wetters genossen.

Eine ganz besondere Kirche

Mit Rebecca und Raphael vor der Kirche in HévízAm Sonntag durfte ich Nicola, Zoli, Rebecca und Raphael zum deutschsprachigen evangelischen Gottesdienst nach Hévíz begleiten. Genau in die Kirche, in der Nicola und Zoli geheiratet haben und Rebecca getauft wurde. Das war ganz schön rührend! Aber nicht nur deshalb spielt diese kleine Kirche für Nicola eine besondere Rolle.

Mit Nicola, Rebecca, Raphael und Ehepaar GebelWeil Hévíz ein Kurort ist, an dem auch viele Deutsche, Österreicher und Schweizer leben und viele Touristen zu Besuch kommen, gibt es hier eine deutschsprachige evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. (So wie bei Miriam in New York.) Damals als Nicola Zoltán kennengelernt hatte und hier in Ungarn lebte, hatte sie in der Gemeinde die Möglichkeit, mit Menschen in ihrer Muttersprache zu sprechen und viel Unterstützung zu erfahren. Menschen, die ihr neben vielen anderen besonders ans Herz gewachsen sind, sind Rüdiger und Friedel Gebel. Das Ehepaar aus Straubing in Niederbayern lebt schon viele Jahre in Ungarn. Rüdiger hatte damals auch die Idee, dass Nicola mit ihrem Flötenspiel im Gottesdienst die fehlende Orgel ersetzen sollte.

Pfarrer Bretthauer, Raphael, Rebecca, Nicola und ZoltánDieses Jahr arbeitet Herr Jochen Bretthauer als deutscher Pfarrer in Hévíz. Er war sehr nett und hat Nicola eingeladen, mich und Géza am Ende des Gottesdienstes der Gemeinde vorzustellen. Das hat uns natürlich riesig gefreut!

Was verbindet uns mit Kirche?

Nach Ende des Gottesdienstes hat uns ein älterer Herr, Professor und Pfarrer Werner Lanz, angesprochen. Dass es doch sehr schön wäre, wenn Nicola und ich in meinem Reisetagebuch vielleicht ein kleines persönliches Glaubensbekenntnis beisteuern könnten? Was uns mit der Kirche verbindet? Um den Kindern zu zeigen, dass auch junge Menschen - und junge Elstern - mit Kirche zu tun haben. Das ist eine schöne Idee von und wir haben uns unsere Gedanken dazu gemacht.

Mit Géza und Rebecca am BalatonAlso für mich ist das ganz klar. Es gefällt mir, dass mich in meiner Internetkirche auf www.kirche-entdecken.de jeden Tag viele Kinder besuchen kommen und ich sie dazu anregen kann, sich mit ihrem Glauben zu beschäftigen. Ich finde in meiner Kirche Gemeinschaft, Trost und Gottes Liebe und freue mich, wenn ich das an meine jungen Besucher weitergeben kann.

Musik und die Brücke Paradies

MusikUnd was meint Nicola dazu? "An Gott habe ich schon als Kind geglaubt. Ich bin gerne in die liebevoll gestalteten Kindergottesdienste gegangen, und als Jugendliche haben wir viel Schönes erlebt und erfahren in unserer Jugendgruppe. In den Gottesdiensten werden mir immer neue Gedankenanstöße und die Möglichkeit, in mich zu gehen gegeben - das ist wie eine Art Meditation. Ich mag auch die Musik in den Gottesdiensten. Musik ist für mich etwas, das vieles ausdrücken kann, was ich nicht in Worte fassen kann. Was sozusagen zwischen den Zeilen geschrieben steht. Jemand hat mal gesagt, Musik sei die Brücke zum Paradies. Und das passt auch zu meinem Glauben. Er gibt mir Kraft, Trost und Geborgenheit. Im Leben gibt es vieles, was ich nicht verstehen kann. Aber das Vertrauen auf Gott, der der Schöpfer von allem ist, lässt zu, mich trotz aller Unsicherheiten am Leben zu freuen. Eines meiner Lieblingslieder trifft das vielleicht am besten: "Meine Zeit steht in Deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in Dir. Du gibst Geborgenheit, Du kannst alles wenden. Gib mir ein festes Herz, mach es fest in Dir." Auch die Musik zu dem Text ist sehr schön! Die Liebe Gottes..."

Abschied

Abschied vom BalatonDann war der letzte Abend am Balaton da und wir mussten uns verabschieden. Zum Glück musste ich diesmal nicht allein die Heimreise antreten, denn ich durfte noch eine Weile mit Nicolas toller Familie in Niederbayern verbringen! Danke für die schöne Reise nach Ungarn!

Musik und Kirche in Niederbayern

Friedenskirche HengersbergAm Ende der Ferien durfte ich mit Rebecca, Raphael und Géza noch Pfarrerin Sieber in der Friedenskirche in Hengersberg besuchen. Weil Musik für Nicola zum Glauben dazugehört, engagiert sie sich in ihrer niederbayerischen Heimatgemeinde nicht nur im Kirchenvorstand, sondern spielt in der Friedenskirche immer wieder auch wunderschöne Musik auf ihrer Flöte. 

EKlangwelteninmal hat Nicola Géza und mich mit zu einer Probe für das Konzert "Klangwelten" mit ihren Musikerkollegen Anna Katharina, Florian und Rüdiger genommen. Und ich muss sagen, die Musik mit Flöte, Geige, Dudelsack und Klavier ist mir richtig ans Herz gegangen und ich bin ein kleines bisschen traurig, dass ich an dem Konzerttermin schon wieder auf Reisen bin! Ich werde aber ganz fest an alle denken und wünsche ein ganz tolles Konzert!

Fotos © Nicola Baranyai-Döring